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ARCHIV

GAG mbH Klausdorf (1991-2010)

Die GAG mbH Klausdorf wurde am 30.07.1991 gegründet und ist damit die älteste Arbeitsförderungsgesellschaft und der älteste Bildungsträger, der auf dem Territoriums des ehemaligen Landkreises Zossen gegründet wurde.
Hauptgesellschafter ist heute der Landkreis Teltow– Fläming mit 75 % Anteil am Stammkapital, die Gemeinde Am Mellensee hält die restlichen 25% des Stammkapitals.
In den ersten Jahren des Bestehens der GAG mbH Klausdorf lag der Schwerpunkt der Tätigkeiten im Bereich der Fortbildung und Umschulung sowie in der Durchführung von AsS und anderen sozialen Projekten. In Vorbereitung des Abzuges der GUS-Militärtruppen aus Wünsdorf ergaben sich für die GAG mbH Klausdorf völlig neue Betätigungsfelder – die Durchführung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in der ehemaligen Militärstadt Wünsdorf. Gemeinsam mit dem Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr, dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen, dem Arbeitsamt Potsdam und deren Geschäftsstelle Zossen, der Kreisverwaltung, den Gemeinden Wünsdorf und Klausdorf und später den Ämtern Zossen und Am Mellensee wurde die umfangreiche und anspruchsvolle Arbeitsbeschaffungsmaßnahme „Konversion Wünsdorf“ vorbereitet und am 01.09.1994 begonnen.

Im Zeitraum vom 01.09.1994 bis 01.12.1994 nahmen 212 arbeitslose Bürger aus der Region in einer der 10 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für ein Jahr die Tätigkeit auf. Nach intensiven Schulungen über Arbeitsschutz, Verhalten bei Munitionsfunden, Umgang mit Kampfstoffen und Chemikalien, begannen die Aufräumungsarbeiten in der Militärstadt Wünsdorf unter Bedingungen, die den Mitarbeitern der GAG mbH Klausdorf extreme logistische und organisatorische Leistungen abverlangten.

Das mit 212 Arbeitskräften größte ABM-Projekt in der Region konnte bei der Schaffung von Voraussetzungen zur zivilen Nutzung der ehemaligen Militärstadt Wünsdorf sichtbare und anerkannte Ergebnisse erzielen. Mit Beginn des zweiten Jahres der Tätigkeit der GAG mbH Klausdorf in Wünsdorf wurden an Stelle der bisherigen Beräumung neue, anspruchsvollere Aufgaben – die Entkernung und der Rückbau von Gebäuden in Angriff genommen. Die darin erforderliche Vorbereitung und Durchführung von 249h-Maßnahmen trug wesentlich zur weiteren Qualifizierung der Arbeit der GAG mbH Klausdorf bei. Die GAG mbH Klausdorf eignete sich Know How wie keine zweite Gesellschaft an, wodurch sie immer dann gefragt war, wenn problematische Rückbaumaßnahmen anstanden. Anerkennung erfuhren die Mitarbeiter der GAG mbH Klausdorf vor allem anlässlich der Arbeitsbesuche der Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen, Frau Dr. Hildebrandt, und des Vizepräsidenten des Landesarbeitsamtes Berlin-Brandenburg, Herrn Seutemann im August und September 1995. An Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen haben von 1991 – 1997 588 Personen teilgenommen. Bis einschließlich 1996 erreichte die GAG mbH Klausdorf eine durchschnittliche monatliche Beschäftigungsrate von über 300 Projektteilnehmern, zusätzlich wurden in diesem Zeitraum durchschnittlich 100 Personen im Monat fortgebildet bzw. umgeschult. Die danach einsetzenden Veränderungen in der Arbeitsförderungsgesetzgebung gingen an der GAG mbH Klausdorf nicht spurlos vorüber, die Maßnahmen wurden kleinteiliger. Trotzdem wurde der GAG mbH Klausdorf eine letzte Groß – ABM/SAM auf der Konversionsfläche Kummersdorf – Gut übertragen.
Im Zeitraum Juni 1998 bis Juni 2000 betreute die GAG mbH Klausdorf 110 SAM – Kräfte und 85 ABM – Kräfte in Kummersdorf – Gut. Flankiert wurden diese Einsätze durch bis zu 40 Personen in AsS – Maßnahmen. Hierbei kamen der GAG mbH Klausdorf die Wünsdorfer Erfahrungen sehr zugute. Nach Aussagen der Verantwortlichen in Bund, Land und im Arbeitsamt waren diese Maßnahmen nur mit der GAG mbH Klausdorf wegen ihrer Erfahrungen bei derartigen Arbeiten durchführbar.

Schwerpunkte und Ergebnisse der bisherigen Arbeit und Darstellung des Leistungsprofils der GAG mbH Klausdorf

Die durch die GAG mbH Klausdorf durchgeführte Fortbildung und Umschulung bezog sich vordergründig auf die Gewerke:

  • Tischler
  • Maurer
  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Trockenbauer
  • Maler
  • Zimmerer
  • Bauzeichner
  • Handelspacker

Des Weiteren wurden Einzelmaßnahmen wie die Umschulung zum Elektromonteur, zum Baumaschinenhelfer und zum Vermessungsgehilfen durchgeführt.

Mit der Bewilligung verschiedener Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, 249h- bzw. Strukturanpassungsmaßnahmen seit dem Jahre 1994 hat sich bei der GAG mbH Klausdorf ein funktionierendes Management für Arbeiten auf Konversionsflächen herausgebildet.

Vordergründig sind hierbei zu nennen:

  • Durchführung von Arbeiten entsprechend der ZH 1/183 – Arbeiten in kontaminierten Bereichen
  • Durchführung von Arbeiten entsprechend der UVV 6.1 Bauarbeiten
  • Durchführung von Arbeiten gemäß der TRGS – 524, Sanierung und Arbeiten in kontaminierten Bereichen
  • Arbeit mit Asbestzementprodukten unter Beachtung und Einhaltung der TRG S 51
  • Fraktionierungs- und Recyclingarbeiten unter Beachtung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes
  • Wahrnehmung und Ausgestaltung des Personalmanagement, Arbeitsschutz und Sicherheit, Abfall- und Asbestmanagement sowie Erarbeitung und Umsetzung von Fahrzeug-, Geräte- und Abbruchtechniklogistik.

Schwerpunkte der Arbeit auf Konversionsflächen waren:

  • Durchführung von umweltverbessernden Maßnahmen – Beräumung und Pflege von Flächen und Anlagen, Beseitigung von Gefahrenquellen sowie Entsiegelung von Freiflächen
  • Beräumung und Entkernung von Wohn-, Verwaltungs- und Technikgebäuden
  • Entkernung von Dielungen, Fenster, Türen, Heizungen und Sanitäreinrichtungen
  • Entfernung von Dacheindeckungen aus Teer und teerhaltigen Produkten
  • Entfernung von Dacheindeckungen aus Asbestzementprodukten unter Beachtung und Einhaltung der TRGS 519 und Vorbereitung der Asbestzementprodukte zur fachgerechten Entsorgung auf die zugewiesene Deponie
  • Fraktionierung der anfallenden Beräumungs- und Entkernungsmaterialien zur Vorbereitung auf die Verwertung bzw. Entsorgung auf der Grundlage des Kreislandwirtschafts- und Abfallgesetzes
  • Durchführung von Brenn- und Trennschneidarbeiten gemäß § 20 GefstoffV
  • Naturschutz und Landschaftspflege, Pflege und Schutz schutzwürdiger Bäume, Sträucher und seltener Pflanzen
  • Anlegung, Erhaltung und Ausbesserung von Rad- und Wanderwegen.

Ausgewählte und wesentliche Arbeitsergebnisse in Durchführung der vielfältigen ABM, 249h und SAM

Die Erfassung, Fraktionierung und Bereitstellung von 55.000 – 60.000 m3 Haus- und Sperrmüll am Standort Wünsdorf im Zeitraum 1994 – 1996.
Bei der Realisierung der 249h Maßnahmen 1995/96 in Wünsdorf wurden durch die Beräumung und vor allem Entkernung von Wohn- und Kasernengebäuden folgende Abfälle bereitgestellt:

  • Bauschutt 4.302 m3
  • Shredderfähiges Material 6.963 m2
  • Nicht shredderfähiges Material 1.489 m3
  • Schrott 1.095 m3
  • Schrott 122 m2
  • Elektrokabel 132 m3
  • Heizkörper 3.886 Stück

Durch die 110 Projektteilnehmer der 249h Maßnahmen wurden im Zeitraum von zwei Jahren (1995 – 1997) 117 Wohn-, Verwaltungs- und Technikgebäude auf der WGT-Liegenschaft Wünsdorf entkernt bzw. rückgebaut. Im genannten Zeitraum fielen 25.424 m3 Entkernungsmaterialien an, u. a.

  • schredderfähige Materialien 8.123 m3
  • nicht shredderfähige Materialien 4.733 m3
  • Bauschutt recyclingfähig 5.887 m3
  • Mischschrott 2.536 m3
  • Gussschrott 4.132 m3
  • Asbestzement 14 m3

Im Konversionsgebiet der ehemaligen Garnison Rehagen, BBG-Liegenschaft PM 098-01, wurden vom 01.04.1996 bis zum 31.03.1998 2 ABM und eine 249h Maßnahme mit insgesamt 53 Teilnehmern durchgeführt.

Durch die Beräumung von 83 Wohn-, Wirtschafts- und Kasernengebäuden sowie Garagen und technischen Gebäuden, der Entkernung von 8 und Rückbau von 9 Gebäuden wurden u. a.:

  • Haus- und Sperrmüll 1.868 m3
  • Bauschutt 542 m3
  • Asbestplatten 48 t
  • Kabel/Elektroschrott 26 m3
  • Auto/Technikbatterien 172 Stück

erfasst, fraktioniert und entsorgt.

Mit der Durchführung von ABM, SAM und AsS – Maßnahmen mit über 200 Teilnehmern auf dem Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes Kummersdorf-Gut, einer Liegenschaft des Bundesvermögensamtes Potsdam, wurden nachfolgende Leistungen erbracht:

  • Gebäudeberäumung 180.000 m2 Fläche
  • Entkernung 917.943 m3 umbauter Raum
  • Rückbau 526.000 m3 umbauter Raum

Im Ergebnis der Beräumung, Entkernung und Rückbau wurden:

  • Asbestzementplatten von 187.593 m2 Dachfläche (1.850 t)
  • teerhaltige Produkte ca. 1.000 t
  • Holz 1.997 t
  • Ziegelschutt 18.139 m³
  • Hausmüll 2.025 t
  • Schrott ca. 900 t
  • Beton und Mischrecycling 30.000 t

fraktioniert, vorschriftsmäßig entsorgt bzw. der Wiederverwertung zugeführt.

Darüber hinaus wurden vielfältige Sonderabfälle der unterschiedlichsten Mengen erfasst und entsorgt, so u. a. ca. 20.000 Auto- und Flugzeugreifen.

Nach dem Jahre 2000, als Großmaßnahmen nicht mehr ins Kalkül gezogen wurden, nutzte die GAG mbH Klausdorf die auf Konversionsflächen gesammelten Erfahrungen zielgerichtet beim Rückbau anderer Anlagen aus, der ehemalige Gutshof Siethen sei als ein Beispiel genannt. Ebenso richtete die GAG mbH Klausdorf ihr Augenmerk auf soziale Maßnahmen wie Betreuung von Jugendclubs, Betreibung Internetcafe, Betreibung Bürgerhäuser und Begegnungsstätten, Aufbau von Touristinformationen und auf infrastrukturelle Maßnahmen mit investitionsvorbereitendem Charakter, insbesondere auf kreislichen Liegenschaften und auf Liegenschaften kreislicher Gesellschaften. Allein in der Stadt Zossen gelang mit Hilfe solcher Maßnahmen die Ansiedlung von 9 Unternehmen. Derartige Maßnahmen wurden neben Zossen in den Städten Ludwigsfelde, Luckenwalde, Jüterbog, Baruth und in den Gemeinden Mahlow, Blankenfelde, Dahlewitz, Rangsdorf, Thyrow, Klausdorf, Wünsdorf, Horstwalde, Kummersdorf – Gut, Schönhagen, Glienick und Sperenberg von der GAG mbH Klausdorf durchgeführt. Dabei kam die gesamte Palette von möglichen Maßnahmen zum Tragen.

Betont werden muss, dass auch nach der Übertragung der Umschulungsmaßnahmen an den Verein FUTURA im Jahre 1998 sämtliche, die Maßnahmen begleitenden Qualifizierungen und Betreuungen von der GAG selbst durchgeführt wurden. Sie verfügt über einen Stamm von Mitarbeitern (sowohl aktive als auch in Wartestellung), der Schulungen durchführen kann. Nach wie vor hat die GAG mbH Klausdorf den Status einer Arbeitsförderungsgesellschaft und eines Bildungsträgers.

Seit dem Jahre 2001 kooperiert die GAG mbH Klausdorf mit der Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Teltow–Fläming mbH (SWFG mbH). Beide Gesellschaften werden von der selben Person geführt. Dadurch verstärkte sich die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen. Sozialhilfeempfänger, insbesondere Spätaussiedler wurden von der GAG mbH Klausdorf fit gemacht für die Arbeit in Unternehmen und dann den Unternehmen zur Verfügung gestellt. Nach einjähriger Maßnahmedauer wurden „Klebeeffekte“ bis zu 60 % (Dauerarbeitsverhältnisse) erzielt.

Im Jahre 2002 errichtete die GAG mbH Klausdorf in der ehemaligen Kreisverwaltung Zossen ein Schulungs- und Beratungszentrum (SBZ). An dieser Stelle führte sie im Auftrag der Arbeitsverwaltung das Profiling für Langzeitarbeitslose durch, später war diese Außenstelle Standort für Jump, Jump+ und AfL, jetzt wird es einer der Standorte für MAE – Maßnahmen sein. In diesem SBZ (ehemalige Kreisverwaltung) stehen mehr als ausreichend Schulungs- und Seminarräume zur Verfügung.

Die GAG mbH Klausdorf ist für die Aufgaben in Verbindung mit den MAE – Maßnahmen gerüstet. Durch den umfangreichen Immobilienbesitz der SWFG mbH sind in allen Bereichen des Landkreises ausreichend Räumlichkeiten für Qualifizierungen verfügbar.

Mit dem ständigen Wechsel von Jahr zu Jahr in der Arbeitsförderungspraxis wurde der Anspruch an die Flexibilität der Arbeitsförderungsgesellschaft extrem hoch.Die GAG mbH Klausdorf hat sich diesen veränderten Bedingungen gestellt, zusätzliche Aufgaben wurden übernommen und so der Bestand der Gesellschaft gesichert, obwohl die Existenzbedingungen über die Jahre sehr wechselhaft waren.

Seit Beginn der Regionalisierung des Arbeitsmarktes über das Regionalbudget ist die GAG mbH Klausdorf auch auf diesem Sektor und Projekten tätig.


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